Seit einigen Jahren werden im Ambulatorium Neunkirchen der VKKJ Therapiebegleithunde eingesetzt. Hugo und Fellow verfügen über eine spezielle Ausbildung und haben eine besonders positive Wirkung auf die betreuten Kinder. Über die vielfältigen „Aufgabenbereiche“ der beiden Vierbeiner berichtet Michaela Frassine, staatlich beauftragte Therapiebegleithundeprüferin:

Unsere beiden Therapiehunde sind vom Charakter und Temperament her sehr unterschiedlich. Dem entsprechend werden sie auch für unterschiedliche Aufgaben herangezogen. Hugo ist bereits das siebente Jahr ein sanfter Begleiter in der Therapie, der gerne eingesetzt wird, wenn es um taktile und sensorische Interventionen geht. So kann es vorkommen, dass er eine Stunde lang eng an ein Kind gekuschelt liegt und mit seinem seidigen Fell, seiner Wärme und dem regelmäßigen Atem zu einer optimalen Entspannung beiträgt. Eltern berichten oft, wie gut das jeweilige Kind nach einer Stunde mit Hugo in den darauffolgenden Nächten geschlafen hat.

Fellow, der schwarze Labrador, ist unser Allrounder. Er kann sowohl bei Einzelsettings mit eher schüchternen oder aufgeweckten Kindern als auch in Gruppen eingesetzt werden. Durch sein liebes Wesen und seine tollpatschige Art erobert er alle Herzen, auch wenn er im ersten Moment durch seine Größe und Farbe oft etwas furchterregend wirkt.

Fellow im Outdoor-Einsatz

Zum Einsatzbereich der Therapiehunde gehören auch die Outdooraktivitäten und Sommercamps, die von den Therapeutinnen des Ambulatoriums Neunkirchen organisiert werden. Gemeinsam mit Fellow durfte ich beispielsweise die Klettergruppe zum Wasserfall in Puchberg begleiten und einige Abenteuer erleben. Die Kinder zeigten dem großen schwarzen Hund gegenüber zu Beginn durchaus gemischte Gefühle, ein Mädchen fand ihn sogar recht unheimlich.

Vom schwarzen zum „bunten“ Hund

Bald schon waren anfängliche Berührungsängste überwunden. Die Kinder begannen mit dem Hund zu spielen und versorgten ihn mit Nahrung und Wasser. Als ein kleine Gruppe die großen Flusssteine kreativ bemalte, wurde auch Fellow kurzerhand in die Malerei mit einbezogen und zum „bunten“ Hund, vor dem niemand mehr Angst zu haben brauchte. Anschließend halfen alle zusammen, um das Tier im Bach wieder abzuwaschen. Am Ende des Klettertages führte das Mädchen, das vor Fellow am Anfang noch Angst gehabt hatte, das Tier an der Leine zum Parkplatz und sprach mit mir über ihre Erlebnisse und Ängste.

Gemeinsam mit Fellow besuchte ich eine weitere Gruppe auf ihrem Sommerlager. Dort stand das Versteckspielen im Zentrum, wobei Fellow mit seiner Spürnase sich besonders leicht tat, die Kinder zu finden.

Wertvolle Erfahrungen

Trotz aller Unterschiede der einzelnen Aktivitäten und der beteiligten Kinder, zeigte sich doch eine Gemeinsamkeit: Das Tier wurde immer liebevoll und empathisch versorgt. Es wurde stets auf seine Bedürfnisse geachtet. Bei all den Abenteuern standen die jeweilige Gruppe und das gemeinsame Erleben, Vertrauen, Rücksicht nehmen, Grenzen aufzeigen und Reflektieren im Vordergrund. Der Therapiebegleithund ergänzte diese wertvollen Erfahrungen optimal.

Was aber ist, wenn Kinder Angst vor Hunden haben? Auch darauf wird in den Therapieeinheiten Rücksicht genommen.

Lesen Sie in Teil 2 dieses Berichts, wie Hugo und Fellow gemeinsam mit den TherapeutInnen den Kindern ihre Ängste nehmen.

Ambulatorium Neunkirchen der VKK

 

 


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