Symbolbild. Bildnachweis: VKKJ/Neureiter-PR, KI-unterstützt erstellt

Das neue Kinderschutzkonzept der VKKJ ist seit Anfang September in allen Ambulatorien ausgerollt. Es schafft verbindliche Standards für den Arbeitsalltag und gibt MitarbeiterInnen klare Handlungsanleitungen für Situationen, in denen das Kindeswohl gefährdet sein könnte.

Kinderschutz beginnt nicht erst dann, wenn etwas passiert. Er beginnt viel früher: mit Aufmerksamkeit, klaren Regeln und einer Haltung, die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellt. Genau darauf baut das neue Kinderschutzkonzept der VKKJ auf. Auf 68 Seiten bündelt es rechtliche Grundlagen, interne Standards und konkrete Richtlinien für den Alltag in den Ambulatorien.

Anfang September wurde das Konzept in allen unseren Ambulatorien eingeführt und wird damit in der gesamten Organisation angewendet. Das zentrale Ziel: Junge PatientInnen sollen bestmöglich vor jeder Form von Gewalt geschützt werden. Gleichzeitig erhalten MitarbeiterInnen einen Leitfaden für Situationen, in denen das Kindeswohl gefährdet sein könnte oder entsprechende Verdachtsmomente auftreten.

Kinderschutz als Teil des Behandlungsalltags

Für die VKKJ hat Kinderschutz eine besondere Bedeutung. In den Ambulatorien werden fast ausschließlich Kinder und Jugendliche betreut. Sie befinden sich während Untersuchungen, Therapien und Beratungen in der Obhut der Einrichtung.

„Kinderschutz = Kinderrechte + Kindeswohl“ lautet deshalb ein zentraler Grundsatz des Konzepts. Er macht deutlich, dass Schutz weit mehr bedeutet als das Verhindern von Gewalt. Es geht auch darum, die Rechte junger Menschen zu stärken, ihre Selbstbestimmung zu fördern und ihnen eine sichere Umgebung zu bieten.

Von der Risikoanalyse bis zum Leitfaden

Bild: VKKJ, Grafiken Christine Horn

Eine wesentliche Neuerung ist die umfassende Auseinandersetzung mit möglichen Gefährdungen. Im Rahmen einer Risikoanalyse wurden unterschiedliche Formen von Gewalt erfasst und konkrete Szenarien betrachtet, die im Arbeitsalltag auftreten können.

Daraus entstanden praxisnahe Leitfäden für die MitarbeiterInnen. Erfasst sind beispielsweise das Vorgehen bei Gefährdungen, der Umgang mit herausfordernden Situationen, Hausbesuche, die Begleitung von PatientInnen zum Toilettengang oder die Gestaltung diagnostischer und therapeutischer Situationen. Auch Beschwerdemanagement und interne Kommunikation wurden berücksichtigt.

Sicherheit für Kinder – Orientierung für Mitarbeitende

Von den neuen Standards profitieren nicht nur die betreuten Kinder und Jugendlichen. Auch Eltern und Angehörige sollen stärker für das Thema sensibilisiert werden.

Für MitarbeiterInnen schafft das Konzept zusätzliche Handlungssicherheit. Klare Abläufe helfen dabei, in schwierigen Situationen professionell und einheitlich vorzugehen. Gleichzeitig enthält das Konzept auch Regelungen für den Umgang mit unbegründeten Anschuldigungen und beschreibt einen Rehabilitationsprozess für zu Unrecht beschuldigte Personen.

Ein wichtiger Baustein ist außerdem ein verbindlicher Verhaltenskodex, mit dem klare Standards für das Verhalten im Arbeitsalltag festgelegt werden. Ergänzt wird dieser durch Schulungen, Fortbildungen und die Arbeit speziell geschulter Kinderschutzbeauftragter.

Gemeinsam entwickelt

Entstanden ist das Konzept in enger Zusammenarbeit mit der Kinderschutzorganisation „Die Möwe“. Deren fachliche Expertise war für die Entwicklung ebenso wichtig wie das Engagement der VKKJ-internen Projektgruppe und zahlreicher MitarbeiterInnen, die sich an der Risikoanalyse beteiligt haben.

„Dieses Projekt hat gezeigt, wie vielfältig das Thema Kinderschutz betrachtet werden muss, um einen optimalen Schutz unserer jungen PatientInnen zu gewährleisten“, sagt Geschäftsführer Mag. Andreas Steuer.

Mit dem VKKJ-weiten Rollout ist ein wichtiger Schritt abgeschlossen. Damit das Kinderschutzkonzept im Alltag wirksam bleibt, sind regelmäßige Schulungen, Evaluierungen und ein kontinuierlicher Austausch der Kinderschutzbeauftragten vorgesehen. So soll sichergestellt werden, dass Kinderschutz in der VKKJ nicht nur dokumentiert, sondern jeden Tag gelebt wird.